Die Frage nach dem "Warum"

Am Mittwoch, den 26. November, besuchte Apostel Uli Falk die Gemeinde Hamburg-Alstertal .

Er diente mit einem Wort aus Römer 12, einem Teil des zweiten Verses:
„Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes …“

Schon zu Beginn des Gottesdienstes, der musikalisch vom Flötenensemble gestaltet wurde, verwies Apostel Falk auf eine weitere Aussage des Apostels Paulus an die Römer.

Im selben Kapitel heißt es in Vers 21:
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Wenn man beide Aussagen liest, könnte man meinen, dass hier viel von den damaligen Christen – und auch von uns heute – gefordert wird. Das Böse, so erläuterte es Apostel Falk, hat es immer schon gegeben. Die entscheidende Frage bleibt: Wie gehen wir damit um?
Sich nicht der Welt gleichzustellen und das Böse mit Gutem zu überwinden bedeutet, die eigene Haltung zu überprüfen, vertraute Wege zu verlassen und sich bewusst neu auszurichten.

In einer anderen Bibelübersetzung heißt es sinngemäß, dass wir uns nicht den Maßstäben unserer Umgebung anpassen sollen. Aber wie gelingt das im Alltag?

Apostel Falk stellte der Gemeinde eine Frage, die nachklingt und die jeder nur für sich beantworten kann:

„Warum gehst du in den Gottesdienst?“
Eine mögliche Antwort könnte lauten: „Weil ich Jesus ähnlicher werden möchte. Ich möchte von ihm lernen, an ihm wachsen und ihm nachfolgen.“
Dieses kleine Wort „möchte“ ist dabei entscheidend. Es zeigt, dass es unsere persönliche Entscheidung ist, den Weg zu Jesus bewusst zu gehen – auch wenn wir wissen, dass wir ihn nie vollkommen erreichen werden.

Von Jesus lernen wir, wie Sanftmut aussieht. Er begegnete jedem Menschen wertschätzend, liebevoll und barmherzig. Ebenso zeigt er uns, wie Demut gelebt werden kann. Dazu gehört auch – so sagte Apostel Falk – die Aussage „Dein Wille geschehe“ nicht nur zu sprechen, sondern mit Leben zu füllen.

Im Gebet zur Sündenvergebung bitten wir darum, dass Gottes Wille im Himmel wie auch auf der Erde geschehen möge. Ist das wirklich unser Wunsch? Möchten wir, und unterstützen wir es auch, dass die Gebote und besonders das Gebot der Liebe wirklich gelebt werden?

Wenn dem so ist, dann tragen wir als gläubige Christen dazu bei, uns nicht der Welt gleichzustellen. Dann schwimmen wir auch einmal gegen den Strom, stellen dem Bösen Gutes entgegen und gehen die ersten Schritte auf dem Weg, um uns Jesu Wesen anzunähern.

Apostel Falk machte in seiner Predigt deutlich, dass Gott uns auf diesem Weg nicht allein lässt. Er begleitet uns – geduldig, liebevoll und barmherzig.

Und vielleicht ist genau das auch ein „Warum“ für deinen und meinen Gottesdienstbesuch:
Weil ich hier – so wie ich bin – mit Schwester und Bruder lernen darf, Jesus ein Stück ähnlicher zu werden.